Abschied

Laber und Seepferdchendruck 2015-10-021
Laber und Seepferdchendruck 2015-10-02
StempelVisitenkarten 2015-10-02

Lang schon blüht sie, die Herbstanemone und begleitet unermüdlich die letzten ‚Spätsommertage und den Herbst.
Alles andere im Garten hat sich bereits verabschiedet und ist dem großen Buddeln zum Opfer gefallen.
Nur die Anemone steckt erste Frostnächte weg, legt sich unter dem ersten Schnee kurz hin und steht wieder auf.

Trennen kann ich mich noch nicht, auch wenn es immer kälter wird und es nur noch eine Frage von ein paar wenigen Tagen ist, bis sie dann doch in den Winterschlaf findet.

Grad merk ich wieder, wie schwer es mir fällt, mich von dem was war und was schön war zu lösen, mich auf das was kommt einzulassen.
Der Herbst ist immer wieder Umbruchzeit, nicht nur draußen in der Natur, auch bei mir. Der erfüllte Sommer, mit Reisen und vielen Festen ist
vorbei, die langen Tage sind gewesen… mir fehlt jetzt schon das viele Licht und das viele draußen sein.
Auch wenn es gut ist, wie es ist, brauchts wieder einen Moment.
Mehr Ruhe, mehr Zeit,
wie mag ich sie füllen?
Muss ich sie füllen? Kann, darf ich Zeit auch einfach mal verstreichen lassen?
Wie sehr steckt man doch manchmal im Hamsterrad der gesellschaftlichen (?) Erwartungen.
Wie gern würd ich mir auch Winterschlaf gönnen, einfach mal nichts müssen und nur bei mir sein.
Weil es sich aber einfach nicht machen lässt, werd ich mir bald ein paar Tage nichtstun gönnen. Zeit mit der Frau, Zeit allein und sonst Abende freihalten und nichts müssen, keine Bestellungen, keine Termine. Außer mit mir.

Grad mal ein Jahr ist es her, das es mir den Boden unter den Füßen weggerissen hat.
Dieses nicht bei mir sein, mir fremd sein ist eine Wand, die ich so nicht mehr erleben mag.
Auf mich selbst schauen. Tag für Tag wichtig. Viel zu oft vernachlässigt.
Gedanken dazu sind vielleicht ein guter Weg.

Wenn ich fragen darf… wie schaust du auf dich? Wie gelingen dir Pausen im Alltag? Ein gutes Gleichgewicht aus Pflichten und für dich sein?

4 thoughts on “Abschied

  1. Herbst

    Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
    als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
    sie fallen mit verneinender Gebärde.

    Und in den Nächten fällt die schwere Erde
    aus allen Sternen in die Einsamkeit.

    Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
    Und sieh dir andre an: es ist in allen.

    Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
    unendlich sanft in seinen Händen hält.

    Rainer Maria Rilke (1875 – 1926) *♥*

  2. Gegen Zeit verstreichen lassen und trödeln ist gar nichts einzuwenden, finde ich. Wir machen das viel zu wenig im Alltag. In der Zeit, als ich noch selbständig war, habe ich das gar nicht gemacht und musste es erst mühsam wieder lernen. Inzwischen ertappe ich mich dabei, dass ich „zu oft“ trödele und manchmal in eine Art Tagtraumzustand verfalle. Meist genieße ich das, weil ich es so viele Jahre nicht mehr hatte. Den Gedankenstrom einfach ungehindert ziehen lassen, ohne „Du musst noch XYZ machen“, das ist wirklich entspannend.

    Mit dem Herbst geht es mir ein wenig wie Dir. Die Motorradsaison geht zuende, die Zeit für lange Touren und spontane Besuche weiter weg ist rum. Ich zögere immer den Tag, wo das Moped dauerhaft in den „Stall“ kommt, möglichst lange raus. Neulich hat man mich schon gefragt, was ich denn im Winter am Wochenende tue, wenn ich nicht mehr fahren kann😉 Jedenfalls nicht mir die Decke auf den Kopf fallen lassen!

    Herbst/Winter ist für mich die Zeit, wo ich mich mehr um mein näheres Umfeld kümmere, im Sommer muss ich raus, in Bewegung sein, fahren, reisen. Ich gucke jetzt wieder mehr auf mich, höre in mich rein, schaue, ob es Baustellen gibt, ob ich was ändern muss/will, ob alles so passt, wie es ist, ob ich was neues probieren will. Es ist auch die Zeit, wo ich wieder mehr kreativ bin, zeichne, schreibe. Die Zeit, Bücher zu lesen, Zeit für Hallensport, Zeit für Plätzchen backen, zuhause gemütlich machen… und sich auf den Frühling freuen…

  3. Grundsätzlich schaff ich es ganz gut auch mich zu schauen.. mein Mann würde jetzt wiehern vor lachen. Ich bin immer beschäftigt, hab immer 1000 Dinge im Kopf und 100 zwischen den Händen. ABER ich mach alles davon gerne, vieles sind einfach selbst ausgescuchte Projekte, Aufgaben,… Wenn Not am Mann ist kann ich ganz viel davon auch weglassen (tu ich nur nie;-)

  4. Hallol, ich hab´die letzten Jahre nur Vollgas gegeben, und eines Tages sagte mir mein Körper ganz deutlich und heftig: Ich kann nicht mehr! Für diesen Moment gab´ich Ruh´, doch nach kurzer Zeit wollte ich wieder Gas geben, aber es ging nicht mehr so wie früher. Ich hab´mich geplagt und es wurde noch schlimmer. Ich gönnte mir eine dreiwöchige Auszeit, in der ich viel nachdachte und mir eine Liste schrieb, was für mich wichtig ist, was ICH wirklich will. Danach habe ich bewußt viele Dinge abgegeben oder sein gelassen, aber auch Neues begonnen. Konzentriere mich auf das wirklich wichtige für mich…das ist ein langer Prozess, der nicht auf Anhieb gelingt.
    Ich wünsch´dir auf deinem Weg alles Gute, Petra

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