Wir sind die Braut – Wer sitzt eigentlich wo?

Eine Frage die wir uns wahrscheinlich genauso gestellt haben wie alle anderen Brautpaare auch.
Da es nicht die superduper 8er Tafeln im Schlosspalais gab sondern eben Kneipentische in diversen Größen, wie es sich für eine alte Kneipe eben gehört wurd es ein bissl knifflig. Die Familie haben wir kurzerhand an einen langen Tisch gebracht, ein bissl rein- und rausgekraxel war es zwischendurch zwar, aber hey, so alt sind wir ja noch nicht, sowas geht schon.

Und dann kam der Rest der Gesellschaft, alles Freunde, einige mit 2, 3, 4 Kindern, einige die sich kennen oder eben nicht. Und weils da eben größere Familien gab, die quasi allein schon einen Tisch gefüllt hätten (und so ja auch daheim immer hocken und damit niemand anderes mehr dabei gesessen wäre) haben wir kurzerhand für die älteren Kinder einen Kindertisch organisiert. Der war super, die Kids ham sich selbst organisiert und was die Getränke anging hatten die Servicemädels da ein gutes Auge drauf, das nicht 10 angetrunkene Gläser übrig sind z.B.

Die übrigen Gäste haben wir ein bissl gemischt, Leut die sich kannten und ewig nicht mehr gesehen haben, Leut die sich nicht kannten und von denen wir dachten das sie einen netten Ratsch haben könnten und so weiter.

Damit jeder seinen Platz findet gabs eine olle lackierte Backform mit einer Weltkugel drin und kleinen Hinweisschildern wo man seinen Platz finden konnte.

Namenstafel

Auf den Tischen steckten in den Blumenväschen die verschiedenen Orte oder Länder (welche wir bereist haben), die wir statt Tischnummern ausgewählt hatten, einfach weil uns Orte und Länder mehr bedeuten als schnöde Nummern.

Tischordnung

Und an seinem Platz hat jeder Gast seinen Namen gefunden.
Wieder so eine Sache die ein bissl basteleskaliert ist 🙂

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Die Namen haben wir kurzerhand auf die Gastgeschenke gepackt, einfache mit Atlas verkleidete Streichholzschachteln (falls wer Streichhölzer braucht – bitte melden, hier wären ein paar über), die wir mit Brauseherzen gefüllt haben. So hatten wir auch kleine Gastgeschenke. In meinem Produktionswahn hab ich irgendwann im Winter mal angefangen auszuprobieren wie solche filigranen bunten Drahtherzen funktionieren – mit Nagellack nämlich. Also war fix klar, die müssen auch noch sein. Es fügt sich eins zum anderen. Wie es oft so ist – Eins ist keins, aber mach mal zweihundert Nagellackherzen – da bist dann schon beschäftigt. Egal, wollten wir so und Spaß hat es auch noch gemacht.

Gastgeschenk

Und weils so schön ist wenn sich die Leut auf einer Hochzeit dann auch mal mit anderen unterhalten, die sie vielleicht noch gar nicht kennen (und am End zum Beispiel so nette Geschichten dabei rauskommen wie ein gemeinsamer Standuppaddeltag, weil eben die eine Freundin der anderen davon erzählt hat und man das ganze dann kurz drauf gemeinsam ausprobiert hat) haben wir noch ein Memory drucken lassen – mit lauter Selfies von uns aus 15 Jahren gemeinsamen Erlebnissen.

Memo

Diese haben wir wild auf den Plätzen unserer Gäste verteilt und jeder Gast durfte seinen Buddy/ sein Match finden um gemeinsam ein Foto in der Fotobox zu machen. Wir freuen uns immer noch wie wild über all die lustigen Bilder und netten Erinnerungen – so schön wenn auch alle mitmachen.
Und wir haben ein cooles Memory mit ganz vielen Bildern aus unserer Gemeinsamen Zeit. Lustigerweise haben wir schon Selfies, früher auch noch analog, gemacht da gabs noch kein Insta und den Begriff quasi auch noch nicht.

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Wir sind die Braut – Die Proseccobar

Weil der Sommer so wunderbar durchkommt und die einen oder anderen schon gefragt haben schmeiß ich jetzt mal die Proseccobar in die Runde.

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Wies halt so ist, Frau will auf ihrer Hochzeit was besonderes zu trinken, auf härteren Alkohol aber ganz bewusst verzichten, also haben wir uns für eine Proseccobar zum Sektempfang entschieden.
Der Plan war verschiedene Sirupsorten und verschiedene Beeren, Gurkenstücke und Co zum verfeinern des Proseccos zum selbstmixen anzubieten. Den Sekt selbst hat zu unserer Freude miene ehemals kleine (inzwischen dann doch echt große) Nachbarin übernommen.
Dekoriert war die Bar, Überraschung … natürlich mit Atlasschnickundschnack.
Wies so ist mit dem Wahnsinn, der seinen Lauf nahm, haben wir die Sirups für die Bar natürlich selbstgekocht.
Und weils jetzt die beste Jahreszeit ist sich einen fruchtigen Sirupvorrat zuzulegen hab ich hier nochmal alle Rezepte zusammengeschrieben. Also los gehts:

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Zwetschgensirup mit Thymian
• •650 g Pflaumen
• •4 Stiele Thymian
• •450 ml Wasser
• •450 g brauner Zucker
• •Zitronensaft

Die Pflaumen waschen und entsteinen, anschließend in Viertel schneiden.
Pflaumen, Zucker und Wasser in einen Topf geben, aufkochen und dann bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren. Nun den Thymian waschen und ebenfalls in den Topf geben. Weitere 10 Minuten köcheln lassen.
Zum Schluss den Sirup durch ein feines Sieb gießen und in Flaschen abfüllen.

Zitronen-Rosmarin-Sirup
• 450 g Zucker
• 800 ml Wasser
• 6 Bio-Zitronen, abgeriebene Schale und Saft
• 80 g Rosmarinzweige
Zucker und Wasser in einen tiefen Topf geben und langsam erhitzen. Zitronen waschen, Schale abreiben und zusammen mit dem Saft und den gewaschenen Rosmarinzweigen hinzufügen und alles zugedeckt 1 Stunde lang köcheln lassen.
Alles abseihen und nochmal aufkochen, zum Konservieren heiß in Flaschen abfüllen.

Rhabarber-Vanille-Sirup
• 600 g Rhabarber
• 200 g Zucker
• 600 ml Wasser
• 1/2 Vanilleschote

Zubereitung
Rhabarber waschen, grob zerkleinern. Mit Zucker, ausgeschabtem Vanillemark und -schote und 600 ml Wasser ca. 10 Minuten köcheln lassen. Durch ein Sieb geben, aufgefangene Flüssigkeit einkochen lassen und heiß in Flaschen abfüllen.

Erdbeer-Minz-Sirup
• 500 g frische Erdbeeren
• 250 g Zucker
• 250 ml Wasser
• 1 Bund Minze
• 1 Zitrone
Die Erdbeeren waschen und klein schneiden. Die Zitrone heiß abwaschen, die Schale abreiben und den Saft auspressen. Die Erdbeeren zusammen mit 250 ml Wasser, dem Zitronensaft und dem Zucker in einem Topf erhitzen. Die Minzblätter dazugeben und alles 10 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und ca. 2 Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb streichen und kalt werden lassen oder zum Konservieren nochmal heiß aufkochen und in Flaschen abfüllen.

Und wie mischt man das Ganze? Zum Beispiel so:

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Zwetschge-Thymian-Sirup mit Thymian, Zitrone und Blaubeeren

Zitrone-Rosmarin-Sirup mit Rosmarin und Gurke

Rhabarber-Vanille-Sirup mit Melisse und Erdbeere

Erdbeer-Minz Sirup mit Minze und Erdbeeren

Holunderblütensirup mit Minze und Limette

Schmeckt natürlich alles auch alkoholfrei mit Wasser oder Tonic Water!

Und wie dengelt man so eine Proseccobar? Zum Beispiel so:

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Wir haben einen Biertisch mit einer großen weißen Tischdecke abgedeckt, zwei alte Holzbierkisten dienten als Regal und eine alte Zinkwanne mit Eis als Proseccokühlung.
Dekoriert mit Atlasgirlanden, dazu dann auch demnächst nochmal mehr, war das ganze eine runde Sache.
Die Sirupflaschen wurden von mir gelabelt, weil Atlas und wies halt so ist, die Früchte wurden geschnippelt und in Weckgläsern angerichtet.
Die vier Kräutertöpfe haben wir in Kupferfarbenes Papier gewickelt, so ergab sich ein feines einheitliches Bild und in den Töpfen sind auch wieder Atlasblüten aufgetaucht.
Nennt es Übersprungshandlung oder wie ihr wollt, natürlich gabs auch kleine und größere Piekser. Für die kleinen kann man wunderbar selbstgestanztes Herzkonfetti zum verschönern nutzen. Der Klebestift und ich wir waren echt gute Freunde.

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Noch fix eine Schere zum Kräuterschnibbeln angebunden und fertig ist die Proseccobar deluxe, die anscheinend keiner in vollem Betrieb fotografiert hat. So what.
Aber sowas von Mille Grazie allen die Fotos gemacht haben an unserem Hochzeitstag, ich selber kam jetzt nicht wirklich dazu. Drum veröffentliche ich hier die Bilder von Bettina und Christian.

Und jetzt? Genieß ich ein Glasl und geh dann ins Bett. Der Sirup hält sich in kleine Flaschen gefüllt nämlich wunderbar einige Zeit und die restlichen Kräuter sprießen jetzt im Garten.

Wir sind die Braut – Vom Atlas zur Deko

Da sich der Atlas ja schon eingeschlichen hat und fix klar war das wir damit dekorieren wollen kam es ganz bald dazu das ich die ersten Kusudamablüten ausprobiert habe.

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Und wie es oft so ist, beim Ausprobieren ist es nicht geblieben und soblad ich die Frau angefixt hatte waren wir im Atlasblütenproduktionsmodus. Isa, eine liebe Freundin ist netterweise mit auf den Atlasblütenfaltzug aufgesprungen und hat uns beim falten und kleben unterstützt.
So kamen nach und nach gute 280 Blüten untersichedlichster Größen zusammen.

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Und was wurde daraus?
So einiges.
Zum Einen war der Plan die Blüten für die Tischdeko zu nutzen, schlussendlich haben wir uns für kleine, selbst lackierte Glasfläschchen entschieden die wir mit eben diesen Blüten, etwas Kamille und Eukalyptus bestückt haben. Dazu gab es weiße Kerzen, die wir zum teil mit Inkagold bemalt haben. Väschen und Kerzen in Kupfer und Petrol, unseren Farben für die Hochzeit neben all dem Atlas…

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Zum anderen hab ich mal kurz die idee gehabt einen reinen Papierblütenbrautstrauß zu haben, die Idee wurde dann aber wieder verworfen (weil ich auch dachte, soviel Blüten mach ich nie dasses langt -pffz, Piefkaas). Aber klar, auch in unseren Brautsträußen wollten wir die Blümerl haben und in den Haarkranzerln, auf der Hocheitstorte und, und und und. Mehr dazu dann bald.

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Wir sind die Braut – Die Einladungen

So, jetzt mal von Anfang an.
Von A wie Einladung bis Z wie Proseccobar…

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Kurz nach dem Heiratsantrag haben wir erst mal gemeinsam überlegt wie und ob wir eigentlich feiern wollen…
Als die Entscheidung gefallen war ging es erst mal um die Einladungen.
Uns war schnell klar, das wir eine Hochzeit mit viel eigener Deko möchten, weils einfach unser Ding ist und weil ich meinem Handwerkswahn freien Lauf lassen konnte (Die Frau war aber basteltechnisch mit im Boot und hat auch alles mitentschieden, nicht das Gerüchte entstehen).

Weil sich fix rauskristalisiert hat, das wir auf jeden Fall mit Atlas dekorieren wollen (ist hier in Mengen vorrätig, perfektes upcycling, unser Ding) und das gemeinsame Reisen schon von Anfang an unser Thema war – wir haben uns auf einer Reise in Schweden kennen gelernt und sind auf einer Reise in Frankreich zusammen gekommen – lag es nahe eben genau mit Atlas zu dekorieren.
Das kleine Boot war schnell mit von der Partie, ist es doch Symbol fürs Reisen, Gemeinsamkeit ….

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Also haben wir uns an die Einladungen gesetzt.
Grundlage war Aquarellpapier, bemalt in wilden Blautönen füs Wasser, fürs Meer das wir sehr lieben.
Den Stempel mit dem Boot und Einladung hab ich fix geschnitzt und auf transparentes Architektenpapier gestempelt. Das funktioniert mit ölhaltigen Stempelfarben sehr gut. Um ein wenig den Atlas schon zum Einsatz zu bringen haben wir ausgestanzte Konfettiherzen eingenäht, mit der Nähmaschine gings ruckzuck.

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Logo, wir stanzen unser Konfetti selbst- ihr seht der Wahnsinn nahm schon hier seinen Lauf.
Der Text innen war gedruckt, unterschrieben haben wir natürlich schon.
Die Kuverts haben wir dann auch noch mit Atlasblättern gefüttert, das ging auch ohne Probleme, einfach einen Umschlag demontieren, Innenleben abpausen, übertragen, ausschneiden und in die Umschläge einkleben.
Macht einfach was her und hab ich mir ehrlich gesagt bei meiner Schwester gespickt, die ihre Umschläge damals auch innen verschönert hat.

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Ganz ehrlich gesagt ist sowas alles bei 1x kein Großer Aufwand, bei 25 handgepinselten, handgestempelten, handgenähten Karten dann schon. Aber Frau heiratet ja nur einmal.

So, ich schmeiß mich mal wieder in den Alltag aber bald gibts mehr vom Hochzeitsdrumrum..

Wir sind die Braut

Nach Monaten der Vorbereitung, des Planes, des Deko bastelns, der Pixelschubserei und Vorfreude war es vor 10 Tagen dann soweit und wir haben auf dem Hörnle in Bad Kohlgrub standesamtlich im Dirndl geheiratet.

Über eine Woche ist unsere Hochzeit und unser tolles Fest nun schon vorbei… So langsam ist die Deko verschenkt oder verstaut, die Tischwäsche gewaschen, sind die vielen Geschenke ausgepackt und erste Fotos gesichtet. Es war so ein schöner Tag, und wir stecken noch voll in der Erinnerungsschleife fest!

Die Trauung auf dem Berg war so, so schön. Wir hatten die herzlichste Standesbeamtin die man sich nur vorstellen kann, die unsere Trauung so persönlich gemacht hat und auch alle Zeit der Welt mitgebracht hat.
Unsere Familien waren mit auf dem Berg und im kleinen Kreis haben wir uns mit persönlichen Worten das Ja – Wort gegeben.

So ist jetzt der perfekte Augenblick um endlich mal wieder was von mir hören zu lassen. Ich lass euch ein paar Bilder da, die, finde ich, für sich sprechen. Und ich hab schwer vor, hier mal wieder öfter vorbei zu schauen und euch all unseren Dekowerkstattwahnsinn der letzten Monate bis zum fertig selbst dekorierten Fest zu zeigen.
Seid ihr dabei?

Alle Bilder hier sind von unserem Fotografen Dominik Roessler, der die ganze Trauung und auch uns vorher wunderbar eingefangen hat. Vielen Dank dafür Dominik, es war uns ein Fest!
(und wer weiß wie ungern ich vor der Kamera steh, ich hab mich den ganzen Hocheitstag so wohl und daheim gefühlt!)

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